Menschsein und Lebenssinn 3.0

Die Corona-Krise fordert uns alle rund um den Erdball auf individuelle Art und Weise. Ich kann  mich nicht nicht zu den neuen Gegebenheiten verhalten. Die Corona-Krise wirft uns auf unser tieferes Selbst zurück. Sie fordert unser Urvertrauen und testet unseren Selbstwert. Haben wir uns in Bewusstseinsarbeit und Achtsamkeit trainiert, so können wir nun beobachten, wie tief wir bereits darin verwurzelt sind. Die neue Lebenssituation scheint für viele komplexer und gleichzeitig unsere Freiheiten einzuschränken, für manchen ist sie aber auch eine belastende Leere. Es gilt Zukunft neu zu denken und aus einem tieferen Bewusstsein neu zu gestalten.

Was will und muss ich ändern?

Wer will ich sein? Welche Rolle will ich übernehmen und was umsteuern nach dieser Erfahrung, wenn nichts mehr so sein wird wie zuvor? Unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unsere Werte und unsere Spiritualität werden einem harten Stresstest unterzogen. Als Weltgemeinschaft haben wir noch nie so global und planetar in einem Boot gesessen, nicht einmal zu Zeiten früherer lokal begrenzter Kriege. 7,5 Milliarden Menschen leben derzeit in einer Bereitschaft zur Verhaltensveränderung, oder zumindest sollte es so sein. Oder?

Sicher und geborgen leben

Lässt sich ein Gefühl von Geborgenheit neu erfahren? Wie kann ich mir in schwierigen Zeiten einen geborgenen Ruhepol in meinem Leben kreieren? Welche zunächst negativen Folgen der Corona-Krise können abgemildert, ja transformiert werden und wie? Dabei tun sich aktuell ganz neu entstandene ethische Dilemmata auf, so dass wir uns ethisch und gesellschaftlich neu ausrichten müssen. Es bleibt uns nur eine Wahl: Die der Veränderung und Neuorientierung. Das Alte ist nicht mehr zu haben. Wollen wir das überhaupt? Was ist mir aus dem bisherigen wichtig weiterzuentwickeln? Welche neuen Schritte will ich nun endlich gehen?

Ein gutes Leben

Was ist in diesen Tagen und Wochen mit unserer Freiheit und unseren Teilhaberechten? Wo stimmen wir Freiheitseinschränkungen solidarisch zu und wo sollten wir aufpassen und wachsam bleiben? Welche Kultur, welche Werte und Spiritualität wollen wir mit Leben füllen? Ein allgemeines Lebensrisiko wird uns nun tagtäglich deutlich vor Augen geführt: Es wird hier und da abgewogen  zwischen der Sicherheit jedes Einzelnen und einem allgemeinen Lebensrisiko, dem wir im Angesicht des Todes nicht entkommen können. Dramatische Entscheidungen werden uns als Gesellschaft abverlangt, auch viele individuelle Gewissensentscheidungen. Aber auch:  Ein gutes Leben liegt in welchem Lebensstil? Wo liegt eine individuell stimmige Haltung, ein Sinn für Gerechtigkeit und Moral verortet? Welche sind die psychisch-seelischen Folgen für dich und mich?

Eine gesamtgesellschaftliche neue Zeit

Gesamtgesellschaftlich und individuell sind wir in unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung herausgefordert und aufgefordert, sie lebendig zu erhalten. Wir alle sind gefragt, uns zu beteiligen und zur Verfügung zu stellen. Es reicht nicht nur sich Gedanken zu machen, sondern wir müssen uns einbringen mit unserer Verantwortlichkeit. Wo darf der Staat hineinregieren und uns Beschränkungen auferlegen? Wo und wie kämpfen wir an der Front eines freiheitlichen und solidarischen Zusammenlebens? Dies betrifft nicht nur die Arbeit eines anonymen Ethikrates und einer Regierung, die in diesen Tagen alle Hände voll zu tun haben. Aber was bedeutet das genau? Was kann ich tun?

Alle Menschen müssen berücksichtigt und gehört werden

Wie bekommen wir das hin, nicht nur an die pragmatischen Vorteile unserer Lieben und unseres Selbst zu denken? Was kann ich für mein weiteres Umfeld tun, ja u.a. für die Natur, andere entfernte Völker, von denen wir bisher nur Waren bezogen haben? Womit überfordern wir uns auch moralisch in der Mitverantwortung für alle Menschen?

Eine ethische und spirituelle Perspektive

Ich finde es spannend, mich dieser Tage an den Appell des Dalai Lama an die Welt zu erinnern:

Ethik ist wichtiger als Religion

(welches auch als Buch mit diesem Titel vor ein paar Jahren erschienen ist). Eine ethische und spirituelle Perspektive bietet mir einen Rahmen für meine innere Haltung und mein verantwortlich daraus abgeleitetes Handeln. Damit meine Kräfte und meine Moral nicht überfordert werden, wodurch ich in einen Totstellreflex geraten könnte. Denn einmal in diesem gefangen, handle ich nicht mehr.

Aber welche Komplexität, die wir alle stets reduzieren, dürfen wir ignorieren und mit welchen Folgen? Welche Folgen unseres Handelns und Denkens überschauen wir überhaupt bis zum Schluss? Ich habe das Gefühl, wir brauchen eine neue Berührbarkeit und Offenheit, die sich aus einer individuellen und gleichzeitig auf das große Ganze gerichtete Spiritualität speist. Hier gilt es seinen inneren individuellen Überzeugungen nicht nur treu zu bleiben, sondern diese auch zu hinterfragen und für Diskussion und gemeinsames Handeln zu öffnen.

Eine einmalige Chance

  • Wo soll unser Leben hingehen?
  • Wollen wir so weiter wirtschaften?
  • Was ist Rückschritt und was Fortschritt bzw. Wachstum?
  • Welche Lebensstilveränderungen brauchen und wollen wir?
  • Welche Form der Globalisierung tut allen und der Erde gut?
  • Wie wollen wir mit dem Mitmenschen und dem Erdball umgehen?
  • Soll es weiter nur um Effizienzsteigerung gehen?

Effizienz oder Resilienz?

Das ist meiner Ansicht nach die alles bestimmende Frage. Was darf privatisiert werden und wo schaden wir der großen Masse und schüren nur mehr Gier bei wenigen? Aber wie, ohne weiter zu machen wie bisher? Was ist gerecht UND solidarisch? Alle Interessengruppen müssen mitdiskutieren, mitmachen und gehört werden. Denn: Vor dem Virus, vor dieser Krise sind alle Menschen gleich.

Es gilt nach innen zu gehen, die Quarantäne und diese besondere Zeitqualität zu nutzen, zu meditieren, für manche zu beten, zu reflektieren: Jede/r auf seine / ihre Weise. Welche Spiele und Rollen spiele ich, ohne es mir bewusst zu machen? Wo endet meine Komfortzone und bin ich mir ihrer bewusst?

Die Welt steht still. Diese Auszeit trägt auch ein Geschenk in sich, wenn wir im Hier und Jetzt ankommen, die Stille und Ruhe zulassen können, um uns zu versenken. Was ist meine Wahrheit? Wie kann ich die Situation ethisch und aus spiritueller Sicht betrachten?

Was wir brauchen

Jede/r erlebt die Wirklichkeit auf eine eigene Weise. Doch kann man, so meine ich, einiges gut gebrauchen, worum wir uns kümmern sollten:

  • Eine neue Klarheit und Vertrauen – auch in hitzigen Diskussionen bei unterschiedlichen Positionen
  • Demut und Hingabe anstelle von ängstlichem Aktionismus und Heischen nach Wirkung im Außen
  • Diesen stillpoint als Erfahrung tiefen Friedens erfahren und neue Erkenntnisse schöpfen
  • Vertrauen in einen tieferen Sinn, den wir vielleicht noch nicht sehen können
  • In die Innenschau gehen statt ausschließlich auf das Kollektive zu schauen, um das geistige Potential der Krise zu erfassen
  • Liebe an das Leben anstelle von Angst: die eigene Liebesfähigkeit, Solidarität und Güte erhöhen für das Große Ganze und den Nächsten

Was ich derzeit beobachte

In meiner Praxis scheinen bestimmte Themen und Dysbalancen sich zu häufen und mit dieser Zeit in Verbindung zu stehen. Feinstofflich könnte man sagen, es geht um die Balance zwischen

  • Wurzel-Chakra und Herz-Chakra
  • Überlebensangst (Hamsterkäufe) und Vertrauen (Solidarität und Hilfe anbieten)
  • Angst und Starre versus Flexibilität und Einlassen
  • Wut in Handeln transformieren
  • Denken und Fühlen / Herz und Verstand
  • höherem Bewusstsein und dem kleinen Ich
  • Männlich und Weiblich

Zeit der Läuterung

Dies ist eine Zeit der Läuterung, nach der sich hoffentlich zeigen wird, dass Gutes im Namen des größeren Ganzen durch uns hindurch wirken kann. So wachsen wir hin zu unserer spirituellen und ethischen Wahrheit und können im Selbstwert wachsen. Und in dieser Läuterungszeit wird auch sichtbar, welche Werte wirklich schon integriert und gelebt werden, bzw. welche sich hinter spirituellen Floskeln oder Machtansprüchen versteckten.

Eine Einladung

Diskutiere und teile mit uns, was dich im tiefsten Inneren in diesen Tagen beschäftigt. Trete unserem kostenlosen Online-Stammtisch bei, der jeden Werktag von 11.30h bis 12h stattfindet. Zeige dich und deine Lebenserfahrungen. Bring Deine Ideen für eine bessere Welt ein. Lass uns austauschen über die kleinen Dinge des Alltags und Innenlebens, politische und gesellschaftliche Wachsamkeit sowie individuelles Wachstum. Wir freuen uns auf dich! Wenn du dabei ein willst, schicke einfach eine kurze Mail. Bis dann!

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