Selbstlose Liebe und romantische Beziehungen

Was Liebe oder gelingende Beziehungen für jeden einzelnen von uns sind, darüber sind viele Bücher geschrieben worden. In Beziehungen finden wir uns häufig mit Wünschen und Erwartungen konfrontiert, wie die / der andere mich behandeln soll, wie er / sie sein und aussehen soll. Und dies gilt nicht nur für die ersten Wochen und Monate. Bewusst und zu einem großen Teil auch unbewusst laufen wir inneren Bildern herum und nicht selten beginnen wir irgendwann in Beziehungen damit zu kämpfen – oder auch hart daran zu arbeiten – das er / sie doch einsehen möge, sich diesen Bildern anzunähern.

Bei all diesem Erwartungsdruck ist unser Fokus im Außen. Viele meiner Klienten und Klientinnen, die in Einzelbegleitung oder im Paar zu mir kommen, fragen sich irgendwann: Wie gelingt es bei all dem in meiner Mitte zu bleiben, mich selbst nicht zu verlieren, mir treu zu bleiben und gleichzeitig offen und neugierig für das Gegenüber zu sein?

Ist das SELBST mit romantischen Beziehungen vereinbar?

Einige meiner bewussten, andere würden auch sagen spirituellen KlientInnen, fragen sich auch: Wie kann ich in meinem (höheren) Selbst bleiben und trotzdem den Genuss der romantischen Beziehungen leben, ohne mein Ego zu füttern? Ist beides überhaupt gleichzeitig möglich? Oder muss ich mich für das eine oder andere entscheiden? Und sollte es beides in einem geben, wie kann das gehen? Woran merke ich, in welchem Ich- / Selbst-Zustand ich mich gerade befinde? Liebe ich im SELBST-Zustand alle Menschen gleich und gibt es dann gar keinen ‚besonders‘ liebenswerten Menschen mehr? Gibt es dann keine speziellen Beziehungen mehr für mich?

Abhängigkeit oder Liebe?

Nun, wenn wir einen Menschen zu einem ganz besonderen an unserer Seite machen, dann kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass wir an dessen FORM besonders interessiert sind, wenn nicht hängen. Damit ist nicht nur das Aussehen gemeint, woran sich auch die körperliche Anziehungskraft und Sexualität andockt.  Auch die individuelle Psyche mit ihrer Art des sich Ausdrückens, des Handelns, des Fühlens und sich Gebens ist eine Art von FORM, zu der wir uns hingezogen fühlen. Beides, Körper und Psyche, macht uns verliebt, und wie man in englisch sagt: fall in love.

Fallen wir damit aus unserer Bewusstheit heraus? Aber auch diese Erfahrung ist ganz ok und Teil unseres lebenslangen Lernens. Die Krux ist nur: Wir erleben diese Erfahrung nicht wie ein Fallen (fall) sondern wie einen Rausch (high). Der Rausch kann nach wenigen Wochen, Monaten oder auch nach der Hochzeitsreise vorbei sein. Und viele von uns kennen sicherlich auch den Zustand des Hin und Her von Schmerz des Verlusts dieses Illusionen und doch wieder Verliebtheit. Irgendwann aber kommen wir meist dahin, dass wir entweder auseinander gehen oder Kompromisse schließen. Manche empfinden diese als faule und liebestötende Kompromisse.

Das eigene SELBST / die ESSENZ spüren

Du kannst all dies auch die Präsenz, die Stille, das Sein oder was auch immer nennen. In jedem Fall: Wenn du diesen eigenen Kern spürst und BIST, dann kannst du diesen individuellen Kern auch in deinem Gegenüber erkennen. Und dieses Erkennen in einem stillen, unaufgeregten Raum ist vielleicht wahre, bedingungslose Liebe oder öffnet die Tür zu ihr. Du betrittst dann möglicherweise einen Raum, wo ihr euch gegenseitig erkennt als die, die ihr seid. Und ihr könnt euch so sein lassen. Damit verschwindet die körperliche Anziehung, die emotionale, psychologische Verbindung nicht. Und: Die Beziehung gründet und resoniert sodann nicht nur auf diesen Ebenen, sondern auch auf der Seelenebene, wenn du so willst. Gleichzeitig ist also eine tiefere, vielleicht auch transzendente, Ebene gegenwärtig.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass dieses Kriterium eine Beziehung oft stabiler macht. Ich brauche den anderen nicht mehr, aber ich erfreue mich an seinem / ihrem so sein. Wenn er / sie da ist, kann ich dies genießen. Wenn nicht, kann ich auch mich und mein Leben weiterhin genießen. Und ich kann mein Gegenüber freier lassen, Erwartungen und Wünsche werden nicht wie ein unstillbares MUSS erlebt, ohne das die Beziehung keinen Sinn macht. Ja, ich gehe sogar weiter: Ich kann mein Gegenüber, wenn es sein muss, auch loslassen und weiter lieben und mich verbunden fühlen. Er oder sie muss nicht körperlich da sein oder meine Partnerschaft darstellen.

Einige meiner KlientInnen machen in diesen Räumen neue Erfahrungen des nicht Besitzen-Müssen und können sich in diesem verbindenden und doch freien Raum in neuen Beziehungswelten ausprobieren, miteinander und individuell. Ganz mutig, ehrlich und transparent, sich ihren Erfahrungen und auf dem Weg auch zeitweise Schmerzen und Ängsten stellend.

Identifiziere dich nicht mit den Geschichten deines minds

Mind, also gedankliche und emotionale Erwartungen und Muster verhindern die Liebe. Glaube nicht deinen Fiktionen des Geistes, glaube, spüre und ruhe in dem Wissen, dessen was ist und so bleiben darf, immer gleichzeitig in Entwicklung und Wandlung. Denn das Leben ist nicht Stillstand. Wir ändern uns alle permanent. Wir werden älter, mancher empfindet immer eingeschränkter und weniger. Ich würde sagen: Weiser, erfahrener und – ich wünsche uns allen – bewusster.

Auf dem Weg dieser Reise kann es trotzdem manchmal schwierig werden und ein sich Einlassen auf diesen Prozess fällt nicht jederzeit leicht. Achtsamkeit zu üben kann hier ein wichtiger Begleiter werden. Hier können auch Klopfverfahren, Hypnosen oder eine (Paar-)Begleitung unterstützen und gute Dienste tun. Solltest du oder ihr darauf zurückgreifen wollen, bin ich gerne für euch da.

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